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ARC Raiders Review – Ein Extraction Shooter, der echten Nervenkitzel liefert

ARC Raiders ist ein Third-Person Extraction Shooter für PC und Konsole, der aktuell ab 39 Euro erhältlich ist. Zusätzlich gibt es eine Deluxe Edition für rund 59 Euro, die ausschließlich kosmetische Inhalte wie Skins enthält. Bereits hier zeigt sich ein großer Pluspunkt: kein Pay-to-Win, keine spielentscheidenden Vorteile – etwas, das in diesem Genre längst nicht selbstverständlich ist.

Im Kern setzt ARC Raiders auf ein gemischtes PvPvE-Konzept. Das bedeutet: Während man auf den Karten gegen KI-gesteuerte ARC-Maschinen kämpft, sind immer auch andere menschliche Raider unterwegs, die ebenfalls Beute machen wollen – notfalls auf eure Kosten. Genau diese Kombination sorgt für die enorme Spannung, die ARC Raiders von vielen anderen Shootern abhebt.

Jeder Einsatz fühlt sich riskant an. Stirbt man, verliert man nahezu sein gesamtes Inventar: Waffen, Rucksack, Schilde – alles ist weg. Lediglich die sogenannte Sicherheitstasche bleibt geschützt. In ihr lassen sich besonders wertvolle oder wichtige Items verstauen, die auch nach dem Tod erhalten bleiben. Dieses System ist einfach, aber extrem wirkungsvoll, denn es zwingt den Spieler ständig zu Entscheidungen: Gehe ich noch weiter ins Risiko oder sichere ich meine Beute?

Spielerisch überzeugt ARC Raiders mit einer sehr intuitiven Steuerung und einem angenehm zugänglichen Einstieg, ohne dabei oberflächlich zu wirken. Gerade Neulinge finden sich schnell zurecht, während erfahrene Spieler durch Taktik, Map-Kenntnis und Entscheidungsfindung deutlich bessere Chancen haben. Die Grafik ist modern, sauber und atmosphärisch – ohne dabei die Performance zu belasten.

Besonders hervorzuheben sind die ARC-Maschinen selbst. Die KI-Gegner gehören mit zum Besten, was man aktuell im Genre findet. Ihre Bewegungen wirken nicht künstlich oder geskriptet, sondern glaubwürdig und dynamisch. Laut Entwickler wurden viele Bewegungsmuster nicht klassisch programmiert, sondern über Lernprozesse aufgebaut. Ob Springen, Fliegen oder Angriffsverhalten – die Maschinen fühlen sich wie echte Bedrohungen an und sorgen auch im reinen PvE für fordernde Kämpfe.

Die Story von ARC Raiders spielt dagegen eine eher untergeordnete Rolle. Sie ist vorhanden, aber bewusst im Hintergrund gehalten. Über kleinere Aufträge, Dialoge und Umweltinformationen erfährt man nach und nach mehr über die Welt und die ARC-Maschinen. Wer eine stark inszenierte Story erwartet, wird hier nicht fündig. Wer hingegen Gameplay und Atmosphäre über alles stellt, wird sich daran kaum stören.

Ein zentraler Bestandteil des Spiels ist das Crafting- und Werkstattsystem. Waffen und Ausrüstung werden nur sehr selten direkt in den Einsätzen gefunden. Stattdessen liegt der Fokus darauf, Items zu zerlegen, Ersatzteile zu sammeln und neue Ausrüstung selbst herzustellen oder bestehende zu verbessern. Besonders Baupläne sind extrem selten. In mehreren Monaten Spielzeit findet man oft nur wenige Stück – was sie enorm wertvoll macht. Diese Designentscheidung sorgt für langfristige Motivation, kann aber für Gelegenheitsspieler auch frustrierend sein.

ARC Raiders ist ein reines Online-Spiel. Man kann solo unterwegs sein und wird in der Regel auch mit anderen Solo-Spielern gematcht. In seltenen Fällen kommt es jedoch vor, dass man als Einzelspieler auf Dreier-Teams trifft, wenn sonst die Wartezeiten zu lang wären. Das kann sich unfair anfühlen, ist aber eher die Ausnahme als die Regel.

Die Kommunikation mit anderen Spielern funktioniert unkompliziert über Ingame-Voice. Das führt zu spannenden Situationen: spontane Absprachen, vorsichtige Annäherungen – aber auch Verrat. Leider gibt es, wie in vielen PvP-lastigen Spielen, Spieler, die selbst bei klaren Absprachen wie „don’t shoot“ gnadenlos von hinten angreifen. Das ist nervig, gehört aber letztlich zum Konzept und verstärkt die ständige Unsicherheit, die ARC Raiders ausmacht.

Technisch präsentiert sich das Spiel äußerst solide, insbesondere auf Konsole. Die Performance ist stabil, Abstürze sind selten und selbst wenn es dazu kommt, kann man nach einem Neustart oft wieder in dieselbe Session einsteigen. Die Ladezeiten liegen meist bei unter zwei bis drei Minuten, was für ein Online-Extraction-Game absolut im grünen Bereich ist.

Unterm Strich liefert ARC Raiders ein außergewöhnlich intensives Spielerlebnis. Das Zusammenspiel aus Risiko, Loot-Verlust, starker KI und menschlichen Gegnern erzeugt eine Spannung, die nur wenige Spiele erreichen. Trotz kleiner Schwächen – vor allem bei Story und Progression – gehört ARC Raiders für mich zu den besten Spielen dieses Genres.

Fazit:
ARC Raiders bietet ein herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis, eine starke technische Umsetzung und ein PvPvE-Gameplay, das süchtig macht. Wer mit harten Verlusten umgehen kann und Nervenkitzel sucht, bekommt hier eines der besten Extraction-Games der letzten Jahre. Klare Empfehlung.

Pro & Contra

Pro:
Sehr faires Preismodell ohne Pay-to-Win, spannende PvPvE-Mechanik, starke KI-Gegner, hohe Immersion, wertiges Loot-System, stabile Performance, gute Steuerung.

Contra:
Sehr dünne Story, langsamer Progress, frustrierende PvP-Momente möglich, extrem seltene Baupläne, gelegentlich unfaires Matchmaking.

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